Mittwoch, 5. April 2006

Badend beten

Das Bad betreten, im Duft von Weihrauch versinken und die Gesänge der orthodoxen Liturgie auf dem Laptop hören. Mein Panther liegt in der Wanne und betreibt Bibelkunde. Ich weiß, dass ich keinen Verrückteren und Besseren finden kann und will.

Dienstag, 4. April 2006

Timing

Hatte ich schon erwähnt, dass ich meine Diplomarbeit einen Tag eher als erforderlich abgegeben habe und zwar nur, weil ich Angst hatte mit der Bahn nicht von A nach B zu kommen? Denn das war wahrscheinlich. Wie immer bei mir. Ist aber gut gegangen, nur heute brauchte ich statt 10 Minuten 3 Stunden. Ist halt so, wenn die Weiche in CHausen nicht mehr will: "Wir fahren jetzt zurück nach A und hoffen, dass Sie dort einen Busanschluss [sic!] nach B haben!" Ich mag das irgendwie, so komme ich immerhin dazu, die Zeitung zu lesen und das Buch zu beginnen, das ich eh immer für diesen Fall dabei habe. Da kann die Bahn auch nix für, das bin wirklich ich. Sagt mein Papa.

Versetzung

Gerade im Zug las ich in der FAZ vom Vorschlag der Bildungsministerin Schavan, dass aggressive Schüler notfalls in Internaten untergebracht werden müssten. Eine großartige Idee zur Verbesserung der Chancengleichheit: Von der Rütlischule aufs Schloss Salem! Oder habe ich da etwas missverstanden?

Montag, 3. April 2006

Crispy Spinach

Heute Mittag beim pfannengeschwenkten Gemüse mit fünffach gewürzten Hackbällchen an General Tao und noch viel mehr an crispy spinach gedacht...wie macht man den wohl? Gegoogelt und das gefunden. Eine Montrealer Spezialität scheint es mir zu sein und schon setzt die Melancholie und der Heimweh ein. Auf einmal ist Spinat das Symbol für so viele Dinge, die ich selbstverständlich fand und die die Stadt und das Jahr doch auszeichneten und zu etwas Besonderem machten. Möge mir das Glück einen Wink geben, denn selbst bin ich derzeit nicht stark genug, mich auf die Suche zu machen.

Montag, 27. März 2006

Vorbei

Ich bin fertig. Die Arbeit ist abgegeben, letzten Donnerstag sogar schon, ganz lässig ;-) einen Tag vor Abgabeschluss und nun bin ich erleichtert. Ich fühle mich sogar körperlich um mindestens 5 kg leichter. Egal, was kommt, ich habe erst einmal 2/3 meiner Prüfungsleistungen absolviert, jetzt folgt der Rest.
Vielleicht kommt dann auch wieder die Inspiration zum Bloggen, die ich in letzter Zeit eher für arktische Analysen verbraucht habe.

Montag, 6. März 2006

Eudaimonie

...das vollkommene und selbstgenügsame Gut und das Endziel des Handelns...
Das ist vielleicht nicht das Wochenziel, aber Glück wünsche ich ihm und Selbstvertrauen und Ruhe und Zufriedenheit und einen Durchschnitt <= 4,25, dann ist alles gut und er kann loslassen von dem, das seit Jahren bestimmt und gucken, wie tugendhaftes Leben von nun an aussieht und ihm Gott und der Eudaimonie näher bringen. Und ob Tugendhaftigkeit mit mir zu leben ist. Dass mit mir zu leben ist, hängt nicht von dieser Woche ab. Somit ist die Sicherheit da, die vielleicht im Hintegrund positiv wirkt.
Möge er bestehen!

Sonntag, 5. März 2006

14

Ich war 14 und ich kann mich nicht mehr an diese Zeit erinnern. Dann fallen mir die Briefhefte ein. Oh ja, ich war 14 , die Sommerferien waren vorbei und ich war in der 8a. Ich schrieb mir Briefe, jeden Tag, mit meinen besten Freundinnen. Außerdem schrieb ich exzessiv Tagebuch, welches im folgenden Winter auf der Schulskifreizeit in einem südtiroler Kaff verloren gehen und erst nach vielen Tränen mit viel Mühe wieder beschafft werden würde. In den Sommerferien hatte ich meinen ersten festen Freund, der sich auch nicht von meiner schildkrötenartigen Hornbrille - erst im folgenden Jahr sollte ich Kontaktlinsen bekommen, die mir neben besserer Sicht auch eine verbesserte Sicht meiner Attraktivität zugestehen würden - von meinen überlangen, überweiten Strickpullis und der alten taillierten, 70er Jahre Lederjacke abschrecken ließ, die einst meinem Vater gehört hatte. Nach den Sommerferien machte ich mit ihm Schluß. Ich fühlte mich eingeengt und fand seine Zungenküsse ekelig. Ich war noch nie richtig verliebt. Ich hatte kaum Kummer, als ich ihn verließ, dafür um so mehr, dass mich die älteren Jungs aus der Schule nicht ansprachen, wo ich doch so verknallt war. An Sex und daran, dass ich ihn nicht will, dachte ich viel. Noch mehr träumte ich von romantischen Liebesgeständnissen meiner jeweiligen Schwärme - nach H., dem ersten festen Freund war ich ständig in jemanden anderen verliebt, ohne ihn überhaupt zu kennen, jedesmal war es "etwas anderes und diesmal total ernst" -, bevorzugt in Anwesenheit der gesamten Schule.
Die Jacke passt mir noch heute, meinem Vater bin ich längst entwachsen. Damals war das anders und er beherrschte mein Leben mehr, als mir heute noch im Gedächtnis ist. Das verraten die Briefe an K., D. und P.a deutlich. Alle wohnten in meiner Nähe, K. und D. waren mir schon so vertraut, dass wir uns blind verstanden. Mit niemandem konnte ich mehr lachen und weinen, denn das Leben war hart. P. wohnte auch in unserem Stadtviertel - in dem ich eigentlich schon nicht mehr wohnte, da wir 2 Jahre vorher in ein Dorf ganz in der Nähe gezogen waren, aber heimisch fühlte ich mich immer noch in der Südstadt - war sitzengeblieben und die schönste in meiner Klasse, sie hatte Bulimie und verließ im gleichen Jahr zusammen mit D. die Schule- Mathe 6. K. und ich haben bis zum Abi durchgehalten. Da passiert es schon wieder, genau wie mit 14. Ich musste nicht durchhalten, ich war sehr gut in der Schule. Aber damals habe ich getan, als verstünde ich Mathe genauso wenig wie meine Freundinnen, als lernte ich tagelang für den Chemietest. Ich wollte so sein wie alle anderen. M. habe ich bewundert, meine alte-erwachsene Freundin, deren Mutter einst die Rolle für sie hatte, die mein Vater für mich besaß. Sie war cool, studierte Psychologie, war mit 30 längst Mutter, mit dem Vater nicht verheiratet und vom Uniabschluss weit entfernt. Ich wollte so werden wie sie und von ihr gemocht werden. Wenn sie mich kritisierte, litt ich furchtbar. Meine Tiefs habe ich dann nicht mit Drogen bekämpft, die dominierten mein Umfeld zu sehr, ich war brav und angepasst. Ich hörte stundenlang Musik von Bands, deren Namen ich hier nicht zugeben will und las Problembücher über sterbende Zwillingsschwestern, Sektenaussteiger und dysfunktionale Beziehungen.
Ich bin 14, so viel passiert und nichts ändert sich.

Nach den Fragen von Glamourdick

Samstag, 4. März 2006

Send me a title

Es ist schon komisch, wie schnell die Zeit verfliegt. In 2 Tagen hat mein Panther mündliche Prüfungen und ich habe nur noch 19 Tage bis zur Abgabe der Diplomarbeit. Beides ist bis jetzt weitaus weniger stressig als zu vor angenommen, aber zugleich doch sehr ausufernd. Mein soziales Leben tendiert derzeit gegen Null und wenn ich über andere Menschen rede, dann über Bloggergeschichten oder Forumsartikel. Das ist verrückt, aber die Arbeit und das Lernen definiert meinen Tagesablauf vollkommen: Jeden Tag öffne ich mindestens die Arbeit und starre stundenlang darauf, in der Hoffnung mich träfe ein alles erklärender und zusammenfügender Gedankenblitz. Wenn ich es schaffe, mich von dieser maßlosen Idee zu lösen, kann mich den Tatsachen widmen, die Literatur überfliegen, am noch ausstehenden Kapitel feilen und über mein Englisch nachdenken. Kauf ich mir nun noch den Chicago Manual of Style, damit auch meine Idiomatik gewinnt? Woher soll ich das Geld dafür nehmen, ich bin so blank, so blank, so blank. Halt, der Gedanke hält mich schon zu oft vom produktiven Schreiben ab, möge er nicht auch noch mein Bloggen blockieren.

Freitag, 3. März 2006

Klingt meine Linde, singt meine Nachtigall

Nie zuvor hatte sie gewusst, dass auch Worte schön sein können, und nun erfuhr sie es und sie sanken ihr in die Seele wie Morgentau auf eine Sommerwiese. Klingt meine Linde, singt meine Nachtigall? So lauteten die Worte und in ihrem Glanz schwand alles Elend und aller Jammerdes Armenhauses dahin. Warum es so war, wusste sie nicht, doch ein Segen war es, dass es so war.

Eine der traurigsten Geschichten von Astrid Lindgren, in den letzten Wochen wieder entdeckt in der FAZ und in der Zeit.

Willkommen...

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