Ich habe gestern noch ein bisschen gegoogelt und dabei Erstaunliches festgestellt: es gibt hunderte Forenbeiträge, in denen Menschen behaupten, Spätaussiedlern würde wer weiß was alles von unserem Staat geschenkt. Das hat scheinbar derart überhand genommen, dass das
BMI sozusagen eine Seite mit Richtigstellungen online gestellt hat...aber die liest halt kaum jemand, der in seiner bayerischen Dorfkneipe über die Welt doziert.
Saqiyuq - 24. Jan, 12:04
Wieso gibt es nur so viele Menschen, mit denen ich darüber diskutieren muss, was Multikulturalismus nun bedeutet?
Ich kann es nicht mehr hören, wenn es heißt, dass dieses "Multikulti" jawohl nicht die Lösung sein kann...und dann geht es von Hölzchen auf Stöckchen und am Ende muss ich als gute Sozialdemokraten, die als linke Socke bestimmt nicht Entschädigungszahlungen für Vertriebene propagiert, "Russlanddeutsche" verteidigen. Dass die in Deutschland als Staatsbürger gelten und mit einem multikulturellen Einwanderungsstaat Deutschland de jure überhaupt nichts zu tun haben, sorgt immer wieder für große Überraschung. Dabei ist das Entsetzen groß, seien doch manche Neubausiedlungen, ach was Innenstädte, gar ganze Städte, in Russenhand, die das mit zinslosen Darlehen der deutschen Regierung finanzierten. Ach ja?
Saqiyuq - 23. Jan, 16:40
Leise rieselt der Schnee...
und das macht mich so fröhlich!
Der Winter ist da und Weihnachten kommt bald, ganz schön, besinnlich und ruhig. Mein Schatz und ich genießen die Feiertage, ich freue mich.
Heute ist alles gut, da kann ich nicht einmal einen interessanten Beitrag verfassen, sondern nur meine gute Laune ausschreiben.
Saqiyuq - 18. Dez, 21:14
Hoffnung im Advent: Vor gut 10 Tagen hat sich mein Laptop ins Nirwana verabschiedet. Das gleiche hatte er mir bereits vor ziemlich genau einem Jahr angetan, nur hat er diesmal einen Teil meiner Diplomarbeit mitgenommen. Ich war traurig und demotiviert, konnte die ganze Woche nicht wirklich effektiv am Thema arbeiten. Aber tief in mir war die Hoffnung, die schon einmal Recht behalten hatte, mein Laptop würde wieder kommen. Jeden Morgen startete ich ihn, aber jedes Mal blieb er hängen. Nicht einmal permanentes Drücken der Taste F8 brachte irgendwelche Fortschritte. Kein Booten, kein Windows, gar nichts. Ich stellte ihn auf den Kopf, öffnete ihn, trug ihn in andere Räume...nichts. Aber dann, heute, ein beinahe beiläufiger Versuch am Nachmittag und er fuhr hoch. Alles war da. Die erste E-mail mit allen Daten versandt (Ja, kein CD-ROM-Laufwerk, kein USB-Stick) und nun schreibe ich. Ehrlich gesagt, surfe ich nur. Er hat mich verletzt, mein Vertrauen enttäuscht und meine Arbeit wird von nun an nur der Thinkpad meines Freundes in sich aufnehmen dürfen. Es tut mir leid, wir werden Abschied nehmen müssen. Good bye, Sjöre!
Saqiyuq - 11. Dez, 15:04
"Our culture cannot be saved in English; our culture can only be preserved in our language!"
Saqiyuq - 4. Dez, 22:20
Die Hoffnung bleibt, dass der nächste Adventssonntag entspannter sein wird, wenn die Klausuren von meinem Liebsten gelaufen sind und meine "Themenverteidigung" stattgefunden hat. Im Moment ist nicht so viel von besinnlicher Vorweihnacht zu spüren. Ruhig ist, wir sitzen beide am Schreibtisch und sind völlig in unseren Arbeiten vertieft. So gut es tut, auch das miteinander teilen zu können, so froh bin ich, wenn Phase 1 der Prüfungen endlich vorbei ist.
Und wenn dann irgendwann mein Laptop wieder, vielleicht doch noch funktionieren würde und meinen Gliederungspunkt Identität ausspuckte, dann wäre alles noch schöner
Saqiyuq - 4. Dez, 22:17
Stress, Stress, Stress. Bisher habe ich mir ja erfolgreich eingeredet, dass ich meine Diplomarbeit ganz locker und entspannt schreiben würde. Wenn ich mir aber so meine Weblogpräsenz angucke, merke ich, dass ich doch stärker als gedacht in Anspruch genommen werde. Mögen die 120 Seiten gelingen!
Saqiyuq - 27. Nov, 19:45
In Deutschland bittet man, wenn man drängelt, nicht um Verzeihung, sondern ruft laut "Achtung!" In den Ruhebereichen des ICEs nach Kiel werden Mobiltelefone ungeachtet der Zeichen trotzdem benutzt, Auf höfliche Hinweise, dass Gespräche, die wegen des schlechten Empfanges auch noch ständig abbrechen, - und damit verbunden mit lautem "Petraaa? Hallooo?Hallloooo!"- in Wagen 3, der mit verstärktem Signal dienen könne, besser wären und so auch dem möglichen Ruhebedürfnis Mitfahrender Rechnung getragen werden könnte, wird mit verständnislosem Gucken reagiert.
Ich weiß ja, meine Sätze sind zu lang.
Nach dem achten Klingeln im Wagen gebe ich entnervt auf. Ich rede mir ein, das detaillierte Beschreibungen der Flasche Moet im Gepäck - "Ist ja auch was Besonderes! Ich hoffe, der Schampus kommt gut an!" und des ICE Wagens - "Ist echt groß. Sitze sogar an einem Tisch!"- nicht belanglos sind. Vielleicht ist die Person auf dem Weg, die SPD-Krise zu bereinigen, die Ausschreitungen in Frankreich zu beenden. Vielleicht. Alles ist möglich, denn DU bist Deutschland!
Saqiyuq - 13. Nov, 12:51
Ich weiß ja nicht, ob jemand in letzter Zeit ein Geschäft von dem großen schwedischen Konzern aufgesucht hat, aaaaber: Das kann ja nicht ernst gemeint sein!!! Vor langer Zeit habe ich in meiner LieblingsZEITung einen Artikel über die Sinnlosigkeit ironischer Trends gelesen und kann dem Tenor nur zustimmen. Die Mode dieses Herbstes - bei den Filialen dieser Kette mindestens- ist schrecklich: Die Häkeldeckchen meiner Oma werden in Kunstfasern bunt eingefärbt und als Tops verkauft, Kapuzenjacken (sowieso schon eher unförmig als positiv unterstützend) haben die Form von Bolerojäckchen und überhaupt wird alles in X Schichten übereinander angezogen. Die Hosen werden dann gerne in Fellboots gesteckt, die mir bei -40° in Kanada durchaus gefallen haben. In deutschen Regenwintern macht mich so ein sinnloses Gemisch eher depressiv mit Hang zur Aggression. Ich mag es nämlich nicht, wenn sich gezielt verunstaltet wird. Einzelne Elemente dieser Mode mögen durchaus kleidsam sein, in geballter Form wirkt es wie ein Müllhaufen. Eine vielleicht abwegige Idee kam mir, während ich an grellen Schaufensterdekorationen vorbeischlenderte: Mode als Aufbegehren gegen überholte Traditionen, als Statement gegen Etabliertes...haben junge Frauen heute nur noch die Möglichkeit, sich schlecht anzuziehen, um sich optisch von ihren immerjungen Müttern abzugrenzen? Und warum klinge ich wie meine eigene Mutter, wenn ich die Sachen beim schwedischen Moderiesen mit gespreizten Fingern vor mich halte und ausrufe: Wer soll das denn tragen?
Saqiyuq - 6. Nov, 21:27